Akne
Körper und Seele

Akne – was Sie gegen Pickel und Hautentzündungen unternehmen können

Jeder kennt sie, keiner will sie – und dennoch haben die meisten von uns im Laufe ihres Lebens schon einmal Bekanntschaft mit Ihnen gemacht: Pickel. Sie können in unterschiedlichen Formen und Intensitäten vorkommen. In schlimmeren Fällen sogar als Akne, die entzündliche Hautveränderungen verursacht. Dabei kann Akne in praktisch jedem Lebens-Alter auftauchen, wieder verschwinden, und doch noch einmal wiederkehren. Sogar Babys können davon betroffen sein. Doch warum ist das eigentlich so? Und was passiert da in unserer Haut, wenn Akne entsteht?

Der Entstehungsprozess - Es beginnt mit Mikro-Entzündungen unter der Haut

Als eine der Hauptursachen für Akne gelten Mikroentzündungen rund um die Haarfollikel und Talgdrüsen unter der Haut. Die nicht sichtbaren Entzündungen entstehen durch die Vermehrung hornbildender Zellen, die sich bei Akne-Patienten nicht von selbst auflösen. Der Prozess der Zellanhäufung führt zu einer Verhornung der haut und einer subklinischen Bildung von sogenannten Mikrokomedonen (Vorstadien von Mitessern und pickeln). Diese verstopfen dann mit und mit den Ausführungsgang der Talgdrüse. Abgestorbene Hautzellen können nicht mehr abgestoßen werden und die Talgdrüsen produzieren übermäßig viel Hautfette / Talg. Als Folge bilden sich sichtbare Pickel und Mitesser auf der Hautoberfläche.

Die bei Akne typische Rötung der Haut kommt übrigens aufgrund einer bakteriellen Reaktion zustande. Die verstopften Talgdrüsen, insbesondere das darin angestaute Sekret, bieten einen idealen Nährboden für das Bakterium „propionibacterium acnes“, welches in Kombination mit den freien Fettsäuren der Drüsen rötliche und an der Oberfläche sichtbare Hautentzündungen als Immunreaktion hervorrufen kann. In schweren Fällen können diese Entzündungen nicht nur ästhetisch unangenehm sein, sondern auch Schmerzen verursachen und Abszesse im umliegenden Gewebe verursachen.

Bei der Entstehung sichtbarer Akne-Symptome wie Mitessern, Pickeln und Hautentzündungen können allerdings auch mehrere Faktoren eine Rolle spielen bzw. die Symptome verschlimmern. Hierzu zählen bspw. hormonelle Veränderungen (während der Schwangerschaft oder in der Pubertät), Umwelteinflüsse, die Ernährungsgewohnheiten, aber auch Medikamente.

Akne tritt in verschiedenen Formen auf

Bei den Akne-Formen der sogenannten „endogenen“ Akne handelt es sich um Ausprägungen, die körpereigene Ursachen haben. Diese Akne-Ausprägungen lassen sich nach Altersphasen unterschieden:

  • Acne neonatorum (auch Neugeborenen- oder Baby-Akne genannt): Tritt im Neugeborenen-Alter überwiegend an den Wangen, manchmal auch auf Stirn und Kinn auf. Rund 20% aller Neugeborenen leiden kurzzeitig an dieser Akne-Form, während Jungen viermal häufiger betroffen sind, als Mädchen.
  • Acne infantum (auch Säuglings- oder Kleinkind-Akne genannt): Tritt zwischen dem dritten und zwölften Lebensmonat auf. Bei den betroffenen Kleinkindern bilden sich vereinzelt Pusteln und Mitesser im Gesicht, speziell auf der Wangenregion.
  • Acne vulgaris (auch Pubertäts-Akne genannt): Tritt bei 70 – 95% aller Jugendlichen während der Pubertät auf (im Alter von 14 bis 18 Jahren). Obwohl dies die häufigste Hauterkrankung weltweit ist, bilden sich die in dieser Lebensphase wiederkehrenden Entzündungen und Pickel nach der Pubertät von alleine zurück. In wenigen Fällen können Narben zurückbleiben.
  • Acne tarda (auch Erwachsenen- oder Spät-Akne genannt): Tritt bei Erwachsenen ab dem 25. Lebensjahr auf. Die häufig über einen längeren Zeitraum andauernde Akne-Form betrifft Frauen häufiger, als Männer, da Hormonschwankungen, Schwangerschaften oder auch das Absetzen der Anti-Baby-Pille die Symptome begünstigen.

Doch nicht nur körpereigene bzw. altersbedingte Ursachen spielen eine Rolle. Auch äußere Faktoren können die unangenehmen Begleiterscheinungen von Akne auslösen bzw. begünstigen. Hierzu zählt bspw. UV-Strahlung, die eine sogenannte „Acne aestivalis“ hervorrufen kann. Auch bestimmte Kosmetika oder Medikamente können Auslöser sein, da sie durch ihre Inhaltsstoffe die Poren der Haut verstopfen und somit die Entstehung von Mitessern begünstigen. Außerdem können auch Stress und psychische Belastungen dazu führen, Hautprobleme zu entwickeln. Durch zwanghaftes Jucken, Knibbeln oder Drücken verstärken Betroffene die Symptome dann oftmals. So kann sich aus kleinsten Hautunreinheiten und unscheinbaren Pickeln durch die permanente Manipulation der Hautstellen eine Entzündung mit Verkrustungen entwickeln.

Tipps gegen unreine Haut bei Akne

Wer unter Pickeln und Hautentzündungen als Begleiterscheinung von Akne leidet, hat oft nur einen Wunsch: Die lästigen Plagegeister loszuwerden! Durch eine gewissenhafte Gesichtspflege mit den richtigen Pflegeprodukten sowie einer gesunden, ausgewogenen Ernährung in Kombination mit Sport kann man den Makeln in Gesicht und Dekolletee bereits gut entgegenwirken.

Doch eines vorweg: Viele glauben, dass Akne durch mangelnde Hygiene verursacht wird. Das ist allerdings nicht richtig. Zwar handelt es sich bei Akne um eine entzündliche Krankheit, die unter anderem auch von Bakterien beeinflusst wird, aber diese Bakterien sind Teil der natürlichen Hautflora und tummeln sich auch auf der Haut von Nichtbetroffenen!

Also, was hilft gegen Akne? Einige nützliche Tipps gegen unreine Haut und Pickel haben wir für Sie zusammengefasst:

Alltagsroutine:

  • Versuchen Sie, sich weniger ins Gesicht zu fassen. Denn gerade auf den Fingern befinden sich die meisten Bakterien, die so in die Poren der Gesichtshaut eindringen können und Mikroentzündungen unter der Haut verursachen.
  • Waschen Sie sich mehrmals am Tag die Hände gründlich mit Seife. Insbesondere nach Kontakt mit anderen Menschen, Gebrauchsgegenständen und öffentlichen Objekten und Orten. Empfehlenswert ist zudem, ein Hygiene-Gel (z.B. von Sagrotan) unterwegs dabei zu haben, um sich bei Bedarf die Hände desinfizieren zu können.
  • Reinigen Sie Ihr Handy regelmäßig, z.B. mit einem Brillenputztuch.
  • Auch Ihre Brille sollten Sie mindestens einmal am Tag gründlich putzen – inklusive der Bügel und dem Gestellt, welches auf der Nase sitzt.
  • Kopfkissenbezug zweimal wöchentlich wechseln oder das Kopfkissen umdrehen.
  • Kleidungsstücke wie Mützen, Schals und Tücher, aber auch das Innenleben von Fahrrad- oder Motorradhelmen, sollten ebenfalls nach dem Gebrauch gewaschen werden (wenn möglich, im Vollwaschgang bei 60 Grad). Falls die Textilien dies zulassen, nutzen Sie zudem einen Hygienespüler (z.B. von Impresan).
  • Für den Wohnungsputz reichen normale Haushaltsreiniger völlig aus. Vermeiden Sie intensive Desinfektionsmittel, da die Rückstände auf Oberflächen bei Hautkontakt Allergien oder Ekzeme auslösen können. Außerdem tragen sie dazu bei, dass sich resistente Bakterienstämme bilden.
  • Um Reizungen der Haut zu vermeiden und Bakterien keine Chance zu geben, können Sie Ihr Gesicht statt mit einem normalen Handtuch auch vorsichtig mit Kosmetiktüchern aus Papier abtrocknen bzw. trocken tupfen.
  • Verwenden Sie Einmalpads zum Auftragen von Make-Up und Puder oder waschen Sie Ihre Schmink-Utensilien wie Pinsel oder Schwämme regelmäßig mit milder Seife oder Shampoo aus.
  • Auch am Arbeitsplatz gilt: Gebrauchsgegenstände und Oberflächen regelmäßig säubern.

Ernährung:

  • Vermeiden Sie sogenannte „hochglykämische Lebensmittel“. Diese sorgen für eine schnelle Insulinfreisetzung im Körper, welches wiederum eine überschüssige Produktion von Talg begünstigt. Die Talgdrüsen verstopfen schneller und Sie entwickeln Hautunreinheiten. Zu diesen Lebensmitteln zählen bspw. Getränke wie Cola und Limo. Aber auch Weißbrot, weißer Reis, Mais, Bananen und Trauben sind hochglykämische Lebensmittel. Zuckerhaltige Nahrungsmittel wie z.B. Süßigkeiten und Schokolade zählen ebenfalls dazu.
  • Setzen Sie stattdessen eher auf Nahrungsmittel, die viele Ballaststoffe enthalten. Denn diese wirken nicht nur der Ausschüttung von Insulin entgegen, sie haben auch positive Effekte auf den gesamten Organismus und Ihre Gesundheit. Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil sind zum Beispiel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen und Linsen, aber auch Gemüsesorten wie Kohl, Möhren, Fenchel und Brokkoli.
  • Manchmal kann auch die Reduktion von Milch und Milchprodukte sinnvoll sein. Ersetzen Sie diese durch vegane Alternativen wie Sojaprodukte, Mandelmilch, pflanzliche Aufstriche und Tofu.
  • Fischöle, die viele Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien enthalten, wirken sich nicht nur positiv auf Ihr Hautbild im Allgemeinen aus, sie hemmen auch Entzündungsprozesse im ganzen Organismus. Den Verzehr von Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch und Sardine sollten Sie also unbedingt in Ihre Ernährung einbauen.
  • Minderwertige Fette, z.B. aus Wurst, Margarine oder Sonnenblumenöl, sollten Sie möglichst durch hochwertige Fette ersetzen, die z.B. in Leinöl oder Kokosöl vorkommen.
  • Karotten, Süßkartoffeln, Avocados, Kürbisse sowie dunkle Beeren sind ideale Vitamin A und Vitamin E Lieferanten und übernehmen wichtige Aufgaben im Immunsystem. Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte mit diesen Lebensmitteln – Bakterien haben so weniger Chancen, in den Organismus einzudringen.

Da jedoch jeder auf bestimmte Lebensmittel oder auf eine Nahrungsmittelumstellung anders reagiert, gilt hier: Probieren geht über Studieren. Sinnvoll kann bspw. eine „Ausschluss-Diät“ sein, bei der Sie mögliche Problem-Lebensmittel für einige Wochen komplett von Ihrem Speiseplan streichen. Stellt sich so bereits eine Verbesserung des Hautbildes ein, sollte die Ernährungsumstellung fortgeführt werden. So können Sie mit und mit diejenigen Lebensmittel identifizieren, die Einfluss auf Ihr Akne-Problem nehmen und beobachten, wie Ihre Haut auf die Umstellung reagiert.

Zudem ist es ratsam, speziell für Akne geeignete Pflegeprodukte zu verwenden. Unsere Produktempfehlung für Sie: Die Dermopure Reihe von Eucerin, welche Hautunreinheiten vorbeugt, verstopfte Poren öffnet und die Hautbilderneuerung unterstützt.