Fellpflege beim Hund
Gesundheit

Tipps zur Fellpflege bei Hunden

Die Fellpflege unserer Haustiere sollten wir ernst nehmen und artgerecht umsetzen. Denn ein gepflegtes Fell und eine gesunde Haut sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch wichtig für das allgemeine Wohlbefinden des Hundes. Auch die Früherkennung von Hauterkrankungen sowie die Abwehr von Parasiten sind über eine gründliche Fellpflege gut zu handhaben. Doch beim Waschen, Bürsten und Kämmen des Fells gibt es einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Fellpflege Ihres Hundes zusammengefasst.

Folgen mangelnder Fellpflege: Weshalb Hundefell besondere Pflege benötigt

Auf eine regelmäßige sowie artgerechte Pflege des Fells sollten Sie als Haustierbesitzer besonderen Wert legen. Denn das Fell von Hunden dient in erster Instanz als natürliche Abwehr von Parasiten sowie als Schutz vor Bakterien oder Kälte. Wird die Fellpflege beim Hund vernachlässigt oder nicht artgerecht ausgeführt, können die Haare schnell verfilzen, brüchig werden, ausfallen oder auch einwachsen. Dadurch haben es Parasiten wie Flöhe, Milben und Zecken leichter, an die Hautoberfläche zu gelangen und dort Schaden anzurichten. Sie fühlen sich auf warmer, feuchter Haut unter dem verfilzten Fell pudelwohl und können dort ungestört Krankheiten oder Infektionen wie z.B. Räude verbreiten. Mangelnde UV-Belichtung und Belüftung der Haut können zudem bakterielle Hautentzündungen hervorrufen, die sich zu nässenden Ekzemen entwickeln. Kurz gesagt: Ist das Fell von Ihrem Hund einmal verfilzt und verknotet, kann es seiner ursprünglichen Schutzfunktion nicht mehr nachkommen und im schlimmsten Fall sogar die Gesundheit des Hundes gefährden.

Auch dient das Kämmen innerhalb der Fellpflegeroutine der Früherkennung von Hautverletzungen, Hauterkrankungen oder Parasitenbefall. Nutzen Sie also den Kontakt zu Ihrem Hund, um sich die Haut unter dem Fell genauer anzuschauen. Rötungen, kleinere Wunden, Krusten, Entzündungen, Flöhe oder Zecken lassen sich beim Kämmen nämlich besonders gut erkennen, sodass eine frühzeitige Behandlung potenzielle Infektionsverläufe verhindern kann.

Nicht nur für die Gesundheit des Hundes spielt die Fellpflege eine bedeutende Rolle, auch für die Bindung zwischen Hund und Mensch. Denn ein schöner Nebeneffekt des Kämmens, Bürstens oder Waschens ist der Wohlfühlfaktor – Hunde verstehen die Pflege als Zuwendung und können dadurch ein tiefes Vertrauen zu ihrem Besitzer aufbauen.

Die Beschaffenheit des Fells: Unterschiede in der Fellpflege

Unsere Hunde haben unterschiedliches Fell, und daher auch unterschiedliche Bedürfnisse bei der Fellpflege. Nicht jeder Hund muss täglich gekämmt werden, und auch nicht jeder Hund muss regelmäßig sein Fell geschnitten bekommen. Die Art und Weise der Fellpflege ist immer abhängig von der Fellstruktur, also der Felllänge und -beschaffenheit. Je nach Rasse oder Ausprägung unterscheidet man grob zwischen folgenden Felltypen:

  • Langhaar
  • Kurzhaar
  • Rauhaar
  • Stockhaar

Darüber hinaus können diese Felltypen auch nochmals die Ausprägung des einschichtigen oder mehrschichtigen Fells (mit Unterwolle) haben. Für die Fellpflege ist in erster Linie genau dieses Merkmal entscheidend, nämlich ob Ihr Hund langes Fell mit Unterwolle hat, oder kurzes Fell ohne Unterwolle:

Fellpflege für Hunde mit Langhaar und Unterwolle:

Hunde, die langes oder mittellanges Fell besitzen, wie bspw. Collies, Afghanische Windhunde, Golden Retriever, Hovawarts oder Leonberger sollten regelmäßig gekämmt werden: Idealerweise 2 bis 3 mal pro Woche, je nach Bedarf oder auch spezieller Hunderasse sogar öfter. Kämmen Sie hierzu Ihren Hund zunächst ganz leicht und oberflächlich mit einem Kamm, der grobe Zinken hat. Dieser entfernt die lose im Fell herumliegenden, abgestorbenen Haare sowie den oberflächlichen Schmutz und Staub. Achten Sie zudem darauf, das Fell in langen Zügen über den gesamten Körper zu Kämmen – natürlich immer in Richtung Haarwachstum, also nie gegen den Strich.

Viele langhaarige Hunde besitzen ein – zumindest leicht ausgeprägtes – mehrschichtiges Fell mit Unterwolle. Daher ist es wichtig, sich als Hundebesitzer beim Kämmen oder Bürsten phasenweise durch die verschiedenen Fellbeschaffenheiten zu kämmen. Ist das lange obere Fell einmal von allen Knoten befreit, können Sie beherzt in kleineren, kürzeren und kräftigeren Zügen im darunter liegenden Fall (der Unterwolle) weiterbürsten. Für die Unterwolle sollten Sie einen speziellen Unterwolle-Kamm mit feinen Zinken nutzen. Aber: Vorsicht, wenn es mal hakt. Ziehen Sie nicht zu feste! Beim „Auskämmen“ der Unterwolle sollte Ihr Hund einiges an Haaren verlieren. Kämmen Sie so lange, bis sie mit dem Kamm gut durch die Unterwolle gleiten können, ohne dass sich weitere Haarbüschel lösen.

Durch diese Art, den Hund zu Bürsten, wird das Fell allgemein gelockert und die Durchblutung in der Haut wird angeregt. Das Ergebnis: Die Haarfollikel werden reichlich mit Nährstoffen aus der Blutzirkulation versorgt und nachwachsende Haare sind so von Beginn an gekräftigt. Außerdem fördert ein spezielles Kämmen der Unterwolle auch die Produktion von Talg, welcher die Haut und den Haaransatz schützt.

Auf ein sogenanntes „Trimmen“, also das Herausschneiden der Unterwolle inklusive darüber liegendem Deckhaar, sollten Sie möglichst verzichten. Denn dadurch wird das Haarkleid Ihres Hundes brüchig, stumpf und zunehmend empfindlich. Ausnahmen können dann gemacht werden, wenn durch sehr starke Verfilzungen ein normales Herauskämmen nicht mehr möglich ist. Auch dürfen Sie innerhalb sehr starker Hitzeperioden im Sommer kleine Teile am Körper Ihres Hundes (bspw. den Bauch) freischeren.

Fellpflege für Hunde mit Kurzhaar und wenig bis gar keiner Unterwolle:

Hunderassen wie bspw. Rottweiler, Beagle, Boxer oder Dalmatiner besitzen sehr kurzes Fell. In nur äußerst seltenen Fällen haben Kurzhaarhunde ein mehrschichtiges Fell mit Unterwolle – in der Regel ist es eher fein und einschichtig. Doch das bedeutet nicht, dass die Fellpflege hier vernachlässigt werden kann. Ganz im Gegenteil: Hunde mit kurzem Fell „haaren“ oft stärker, als Langhaarhunde und sollten daher auch regelmäßig von den abgestorbenen Haaren befreit werden. Denn auch kurzes Fell kann ansonsten verfilzen, einwachsen und damit die Luftzirkulation verhindern.

Kurzhaarhunde sollten ca. 2 mal pro Woche ausgiebig gekämmt werden. Nutzen Sie hierzu eine Bürste mit sehr feinen Zinken, die aber nicht zu sehr an der Haut kratzen. Idealerweise also eine Bürste mit abgerundeten Zinken aus Naturmaterialien. Versuchen Sie auch einmal, vor dem eigentlichen Bürsten Ihren Hund mit einem speziellen Haar-Handschuh zu streicheln. Insbesondere für kurzes Fell sind solche Handschuhe gut geeignet, da die kurzen Haare elektrostatisch an dem Handschuh kleben bleiben und dann nicht auf dem Boden herumfliegen. Kämmen Sie Ihren Hund nie gegen den Strich – für Kurzhaarhunde ist dies sehr unangenehm und auch das Fell kann dadurch brüchig werden.

Egal, welcher Felltyp Ihr Hund ist: Das Haar rund um die Zehen herum an den Pfoten und an bzw. in den Ohren sollten Sie regelmäßig stutzen. Hier gilt die Regel: Nach Bedarf. Bei dem einen Hund wächst es schneller nach, bei dem anderen langsamer. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass zu langes Haar rund um die Pfoten den Hund beim Auftreten stören kann oder auf rutschigen Böden auch dazu führt, dass der Hund keinen guten Grip mehr hat. Zu viele Haare im Gehörgang wiederum führen dazu, dass der Hund nicht gut hören kann oder Schmalzansammlungen mit den Haaren verkleben und den Gehörgang verstopfen. Für das Haareschneiden an Pfoten und Ohren sollten Sie eine spezielle, abgerundete Schere nutzen, die keine Verletzungsgefahr für den Hund darstellt.

Pflegeroutine: Waschen und Kämmen in adäquaten Abständen

Das Baden oder Duschen von Hunden sollte bei der Fellpflege eine untergeordnete Rolle spielen. Hier gilt die Regel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Denn Shampoos oder Fellreiniger – auch, wenn sie speziell für Haustiere geeignet sind – zerstören den natürlichen Talg- und Säureschutzfilm auf der Haut. Diese kann dadurch austrocknen und unnötig gereizt werden.

Doch wer stolzer Hundebesitzer ist, der wird wissen, dass ein gründliches Baden oder Duschen manchmal unumgänglich ist – z.B. nach einem sandigen Tag am Meer, einem ausgiebigen Bad in einer Schlammpfütze oder dem Wälzen im Dreck. Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund mit maximal lauwarmem Wasser abduschen und darauf achten, dass die Pflegeprodukte für das Fell seifen- sowie parfümfrei sind und eine rückfettende Wirkung besitzen. Egal, ob Sommer oder Winter: Trocknen Sie Ihren Hund nach dem Baden immer sorgfältig ab und fönen Sie das Fell auf kleinster Stufe mit dem Fön trocken.

Die Fellpflege beim Hund sollte zudem auch den Jahreszeiten angepasst werden. Viele Hunderassen durchleben nämlich regelmäßig beim Übergang zwischen Winter und Sommer einen Fellwechsel. Im Frühjahr und Herbst ist dann ein gründliches, ausgiebigeres Bürsten besonders wichtig, um abgestorbene Haare zu entfernen. Verbleiben diese im Fell, kann es zu Verfilzungen kommen, die wiederum die freie Luftzirkulation der darunterliegenden Haut behindern. Daher sollten Sie in Fellwechsel-Zeiten täglich Bürsten.

Haut- und Augenpflege beim Hund

Neben dem Fell spielen natürlich auch Haut und Augen eine besondere Rolle bei der Pflege des Haustieres. Zwar besitzen gesunde Hunde gute Abwehrkräfte, um kleinere Wunden schnell von alleine abheilen zu lassen, doch durch den Kontakt mit anderen Tieren und das Herumtoben in der Natur besteht jeder Zeit auch ein Infektionsrisiko. Daher sollten Sie den Heilungsprozess auch bei kleineren, oberflächlichen Hautverletzungen oder Augenproblemen durch spezielle Pflegeprodukte beschleunigen.

Unsere Empfehlung: Die Remend Produktreihe von Bayer:

Der wesentliche Inhaltsstoff des Hautpflegesprays ist Hyaluronsäure, die ein natürlicher

Bestandteil des Körpergewebes ist. In Kombination mit Kollagen ist die Hyaluronsäure in der Haut dafür verantwortlich, die normale Zellerneuerung und die Regeneration zu unterstützen. Die Inhaltsstoffe des Remend Hautpflegesprays legen sich durch die äußere Anwendung wie ein molekulares Baugerüst auf die geschädigte Haut und erleichterten so die Zellregeneration. Außerdem wird die Gefahr der Narbenbildung minimiert.

Gleiches gilt für die Augenpflege-Produkte von Remend: Die schonenden und gut verträglichen Inhaltsstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf das Auge. Die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften begünstigen einen besonders langanhaltenden und effektiven Hornhautschutz, speziell bei trockenen, geröteten oder tränenden Hunde-Augen. Durch die schnell einsetzende und auch langanhaltende Wirkung müssen die Produkte zudem nicht so häufig angewendet werden, was die Behandlung des Hundes erleichtert.

Produkte für die Fellpflege: Das gehört zur Grundausstattung

Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, als Hundebesitzer unabhängig von der Hunderasse ein Grundrepertoire an Fellpflege-Produkten zu besitzen. Folgende Artikel sollten nicht fehlen:

  • Kamm (mit groben Zinken)
  • Feinere Bürste (mit kleinen Zinken)
  • Speziell abgerundete Fellschere
  • Entfilzungsharke und Unterwollbürste (nur bei Hunden mit mehrschichtigem Fell)
  • Spezielles Hundeshampoo und gegebenenfalls Hautpflegeprodukte
  • Bürsten-Handschuh
  • Zeckenzange

Unser Tipp: Auch, wenn Kunststoffborsten oder Kämme aus Plastik Ihnen zunächst „weicher“ und angenehmer für Ihren Hund vorkommen, verursachen sie häufig elektrostatische Aufladung. Daher sind Naturborsten oder ummantelte Drahtborsten für eine hundegerechte Fellpflege besser geeignet.

Übrigens: Nicht alle Hunde mögen es, gekämmt, gebürstet oder gebadet zu werden. Versuchen Sie daher, bereits im Welpenalter den Hund an die Pflegeroutine zu gewöhnen und verknüpfen Sie das Kämmen regelmäßig mit Belohnungen. Aber: Achten Sie auch darauf, dass Ihr Welpe die Bürste oder den Kamm nicht als Spielzeug wahrnimmt. Nehmen Sie sich zudem immer genügend Zeit und bleiben Sie geduldig, falls Ihr Hund an manchen Tagen einfach mal keine Lust hat, gekämmt zu werden. Ebenfalls kann es hilfreich sein, die Pflegeroutine zunächst mit der Hand oder einem Bürsten-Handschuh durch Streicheln zu beginnen, und dann langsam zu einer Bürste mit sehr weichem Bürstenkopf zu wechseln.