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Erste Hilfe bei einem Wespenstich: Was tun?

Was tun bei einem Wespenstich? Im Hoch- und Spätsommer sind Wespen besonders aktiv. Sie werden von Speisen und Säften angelockt. Dabei fliegen sie gerne um uns herum, setzen sich auf unsere Teller und möchten sich an der Mahlzeit bedienen. Eine falsche Bewegung, und schnell ist es passiert: Die Wespe sticht zu. Ein Stich kann unter Umständen sehr weh tun und ruft entzündliche Hautreaktionen hervor. Am häufigsten treten Schwellungen, Juckreiz und Rötungen auf. Für Allergiker können Wespenstiche zudem sehr gefährlich sein.

Was passiert bei einem Wespenstich?

Bei einem Wespenstich gibt die Wespe über ihren Stachel Gift ab. Dieses Gift besteht unter anderem aus Enzymen, Peptiden und biogenen Aminen. Insbesondere die biogenen Amine und die Peptide lösen eine schmerzhafte Reaktion an der Einstichstelle aus. Die Enzyme hingegen bewirken, dass die Zellwände im Gewebe durchlässig werden und das Wespengift sich leichter ausbreiten kann.

Unser Körper reagiert auf einen Wespenstich sofort: Die Einstichstelle schmerzt, wird rot und schwillt leicht an. Sobald der Schmerz abklingt, kommt häufig auch Juckreiz hinzu. In der Regel sind die Symptome nach einem Wespenstich eher harmlos und verschwinden nach einigen Stunden von selbst. Wie schnell unser Körper das Wespengift abgebaut hat, ist sehr individuell und hängt hauptsächlich von unserem Stoffwechsel ab.

Übrigens: Wespen können mehrfach zustechen, denn sie verlieren ihren Stachel nicht! Mit einem einzigen Wespenstich gibt die Wespe 0,19mg ihres Wespengifts ab.

Erste Hilfe bei einem Wespenstich

Was ist zu tun, wenn Sie von einer Wespe gestochen wurden? Nach einem Wespenstich können folgende Maßnahmen dabei helfen, Schmerzen und Hautreaktionen schneller abklingen zu lassen:

  • Kontrollieren Sie zunächst, ob der Stachel der Wespe nach dem Stich noch in der Haut steckt. Falls dem so ist, entfernen Sie den Stachel vorsichtig mit den Fingernägeln oder einer Pinzette.
  • Versuchen Sie nicht, das Wespengift aus der Einstichstelle herauszudrücken. Durch den Druck verteilt sich das Wespengift in der Haut und die Reaktion verschlimmert sich.
  • Kühlen Sie die Einstichstelle, z.B. mit einem Eiswürfel, kaltem Wasser oder einem Coolpack. Das lindert den Schmerz und reduziert die Schwellung. Wichtig: Wickeln Sie beim Kühlen immer ein Handtuch oder ein Stück Stoff um das Eis.
  • Auch Hitze kann Linderung verschaffen – allerdings nur, wenn diese unmittelbar nach dem Wespenstich zugeführt wird. Hierfür können Sie sogenannte elektronische Stichheiler oder alternativ einen erwärmten Löffel (ca. 50 Grad Celsius) nutzen. Die Hitze sollte direkt nach dem Stich für ca. 3 Sekunden auf die Einstichstelle einwirken. Die Hitze sorgt dafür, dass die Proteine im Insektengift gerinnen und dieses sich nicht weiter ausbreitet.
  • Halbieren Sie eine rohe Zwiebel und legen Sie diese mit der „offenen“ Seite auf die Einstichstelle. Der Saft der Zwiebel wirkt antibakteriell und desinfizierend, sodass der Wespenstich schneller heilt.
  • Auch Cremes oder Gels mit pflanzlichen Wirkstoffen können erste Hilfe bei einem Wespenstich leisten. Achten Sie darauf, dass Inhaltsstoffe wie Echinacea, Calendula oder Hamamelis enthalten sind.
  • Finger weg von der Einstichstelle: Auch, wenn der Wespenstich nach einiger Zeit anfängt, zu jucken, sollten Sie keinesfalls daran kratzen. Versuchen Sie stattdessen, den Juckreiz mit entsprechenden Salben oder Cremes aus der Apotheke zu lindern.
  • Befindet sich der Wespenstich an der Hand oder am Fuß, können Sie den Arm bzw. das Bein hochlegen. Dadurch wird die Blutzufuhr etwas gedrosselt. Schmerzen und Schwellung lassen nach.

Wann sollte ich nach einem Wespenstich einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich sollten Sie auch nach den Erste Hilfe Maßnahmen immer ein Auge auf den Wespenstich werfen und die Einstichstelle beobachten. In seltenen Fällen kann es beim Wespenstich zu einer Keim-Übertragung und dadurch zu einer bakteriellen Infektion kommen. Anzeichen für eine bakterielle Infektion können eitriger Ausfluss aus der Einstichstelle oder übermäßig starke Schwellungen und Rötungen sein. Sollten Sie diese Symptome nach einem Wespenstich feststellen, ist ein Arztbesuch ratsam.

Darüber hinaus können folgende Symptome Anzeichen für eine starke allergische Reaktion sein. Treten diese Symptome nach einem Wespenstich auf, sollte sofort der Notarzt gerufen werden:

  • Luft- und Atemnot
  • Rötung am ganzen Körper
  • Schluck- und Sprechbeschwerden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwellungen am ganzen Körper, insbesondere im Gesicht und am Hals
  • Plötzliche Schweißausbrüche mit Kaltschweißigkeit
  • Motorische Einschränkungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufzusammenbruch

Ebenfalls wichtig zu wissen: Bei Wespenstichen im Hals- oder Rachenraum sollten Sie ebenfalls sofort einen Arzt aufsuchen, auch als Nicht-Allergiker! Denn durch die Schwellung droht Atemnot und Erstickungsgefahr. Daher sollten Sie die betroffene Schleimhaut bis zum Eintreffen beim Arzt mit Eis kühlen. Die Kühlung hilft, ein Anschwellen der Schleimhäute zu reduzieren bzw. hinauszuzögern.

Was tun bei einer Wespengift-Allergie?

In Deutschland haben ca. 2% der Menschen eine Wespengift-Allergie. Dabei reagiert der Körper auf das Wespengift mit starken allergischen Reaktionen, wie beispielsweise Atemnot, Übelkeit, oder Kreislaufbeschwerden. Eine Wespengift-Allergie kann für Betroffene lebensgefährlich sein, denn durch die starke allergische Reaktion droht ein anaphylaktischer Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen.

Vorweg: Die Reaktion auf den Wespenstich ist nicht bei jedem Allergiker so dramatisch. In manchen Fällen sind lediglich die Hautirritationen stärker, als bei einem Nicht-Allergiker. Dennoch sollten Sie als Wespengift-Allergiker nach einem Wespenstich den Rettungsdienst (Telefon: 112) informieren oder sich mit einer Begleitperson selbst in die Notaufnahme begeben. Außerdem ist es ratsam, immer ein Notfallset dabei zu haben, bestehend aus Antihistaminikum, Kortison und Adrenalinspritze. Ein solches Notfall-Set kann der Hausarzt verschreiben. Informieren Sie auch Ihr Umfeld über die Allergie, damit dieses im Notfall die Symptome einordnen kann und schnell reagiert.

Falls Sie bislang nicht davon ausgegangen sind, eine Wespengift-Allergie zu haben, nach einem Wespenstich aber unter Atemnot, Übelkeit oder Kreislaufbeschwerden leiden, sollten Sie ebenfalls den Notarzt verständigen. Denn in seltenen Fällen kann es sein, dass sich eine Wespengift-Allergie erst im Laufe des Lebens entwickelt.

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