Kalium
Ernährung

Kalium

Eigenschaften

  • Mengenelement
  • Elektrolyt (zur Regulierung des Wasserhaushaltes)
  • entscheidend für die Funktionsfähigkeit aller Zellen
  • Kalium ist zu 98% innerhalb der Zellen lokalisiert und nur zu 2% extrazellulär. Reguliert wird die Kaliumverteilung durch verschiedene Hormone (Insulin, Aldosteron, Catecholamine), durch Magnesium und den pH-Wert im Blut (Säure-Basen-Haushalt)

Funktionen in unserem Körper

  • Reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper
  • Beeinflusst den Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalt
  • Steuerung wichtiger Stoffwechselprozesse wie Zellteilung, Zellwachstum und Energiestoffwechsel
  • Weiterleitung von Nervensignalen
  • Freisetzung von Hormonen
  • beteiligt an der Muskelfunktion
  • reguliert den Blutdruck
  • aktiviert verschiedene Enzyme z. B. im Eiweiß- und Glucosestoffwechsel
  • Bestandteil von Verdauungssäften

Zufuhrempfehlung

  • Säuglinge bis 4 Monate                                                400mg/Tag
  • Säuglinge 4-12 Monate                                                600mg/Tag
  • Kinder 1-4 Jahre                                                         1100mg/Tag
  • Kinder 4-7 Jahre                                                         1300mg/Tag
  • Kinder 7-10 Jahre                                                       2000mg/Tag
  • Kinder 10-13 Jahre                                                     2900mg/Tag
  • Jugendliche 13-15 Jahre                                             3600mg/Tag
  • Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahre                  4000mg/Tag
  • Schwangere                                                               4000mg/Tag
  • Stillende                                                                    4400mg/Tag

Erwachsene, die sich kaliumarm ernähren sollen (z. B. bei Nierenerkrankungen), sollten die Kaliumzufuhr auf unter 2g/Tag senken.

Welche Lebensmittel liefern viel Kalium?

  • Verschiedene Obst- und Gemüsesorten wie Bananen, Aprikosen, Kiwis, Johannisbeeren, Honigmelone, Himbeeren, Rhabarber, Quitten, Trockenobst, Spinat, Tomaten und Tomatenmark, Kohl, Avocado, Karotten, Kürbis, Kohlrabi, Rettich, Auberginen, Pilze, Fenchel, Brokkoli, Mais, Schwarzwurzel, Paprika und Sellerie
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Fisch
  • Nüsse und Samen
  • Kaffee und Kakao
  • Vollkornprodukte
  • Magerkäse
  • Milch (auch Sojamilch) und Joghurt
  • Kräuter (Da sie in der Regel nur in kleinen Mengen verzehrt werden, sind sie auch für Personen geeignet, die auf die Reduzierung der Kaliumzufuhr achten sollen)

Folgen einer Kalium-Unterversorgung

  • Hypokaliämie (Serumkaliumkonzentration unter 3,5mmol/l)
  • erhöhter Blutdruck (als Gegenspieler von Natrium wirkt Kalium blutdrucksenkend)
  • Fehlfunktionen der Muskulatur bis hin zu Lähmungserscheinungen
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Nierenfunktionsstörungen
  • vermehrte Urinausscheidung
  • Reizleitungsstörungen am Herzen
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme und Schwindel

Folgen einer Kalium-Überdosierung

  • Hyperkaliämie (Serumkaliumkonzentration über dem Normwert von 5,5mmol/l). Eine Serumkaliumkonzentration über 6-8mmol/l kann lebensgefährlich werden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Darmverschluss oder Durchfall
  • allgemeine Schwäche, Muskelschwäche, Krämpfe und Lähmungserscheinungen
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gefühlsstörungen
  • Störung des Säure-Basen-Haushaltes
  • Muskelzuckungen und Lähmungen
  • Störungen der Herzfunktion, die lebensbedrohlich werden können
  • verstärkter Harndrang
  • Verwirrtheit und Halluzinationen

Welche Umstände können den Kalium-Haushalt im Körper beeinflussen?

  • Verminderte Kaliumausscheidung z. B. durch Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Nierenversagen, diabetische Nephropathie oder verminderte Bildung der Hormone Aldosteron, Cortisol oder Catecholamine
  • massiver Zerfall der roten Blutkörperchen nach Verletzungen, Verbrennungen, Infektionen, Operationen, Bluttransfusionen, Tumorauflösungen
  • Diabetes mellitus und Insulinmangel
  • lang andauernde Fehl- oder Mangelernährung
  • Übersäuerung
  • Schwere Durchfälle, entzündliche Darmerkrankungen, starkes Erbrechen und Cushing-Syndrom (übermäßige Cortisol-Bildung) können zu einem Kaliummangel führen
  • Alkoholmissbrauch, zu hohe Natrium-(Kochsalz)aufnahme sowie sehr hoher Lakritzverzehr oder Magnesiummangel können ebenfalls zu erhöhtem Kaliumverlust führen
  • Durch Olivenöl wird die Kaliumaufnahme aus Lebensmitteln gesteigert
  • Eine sehr hohe Zufuhr von Ballaststoffen und ein Mangel an Magnesium verringern die Kaliumaufnahme aus Lebensmitteln
  • Austrocknung durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder starkes Schwitzen kann zu Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes führen

Welche Medikamente haben Einfluss auf die Kalium-Versorgung?

  • ACE-Hemmer, kaliumsparende Diuretika, Betablocker, Zytostatika, Kaliumchlorid, Entzündungshemmer und Schmerzmittel begünstigen die Entstehung einer Hyperkaliämie
  • Glukokortikoide, Antibiotika, Anti-Pilzmittel Amphotericin B, übermäßiger Gebrauch von Entwässerungs- und Abführmitteln fördern die Kaliumausscheidung
  • Herzglykoside
  • Immunsuppressivum Cyclosporin A, nichtsteroidale Antiphlogistika (Diclofenac, Ibuprofen, ASS) und Heparin reduzieren die Kaliumausscheidung

Zusatzinformationen

Der Kaliumhaushalt wird durch körpereigene Hormone gesteuert. Ein Überschuss an Kalium wird über die Nieren ausgeschieden. Eine Hyperkaliämie ist daher - bei gesunden Personen - durch zu hohe Zufuhr über Lebensmittel nicht zu erwarten. Kalium-Präparate jedoch sollen nur auf ärztlichen Rat eingenommen werden, ihre Einnahme könnte zu einem gefährlichen Kalium-Überschuss führen.

Eine extrem kaliumarme Ernährung von unter 800mg/Tag ist kaum umsetzbar, da sehr viele Lebensmittel Kalium enthalten. Wer seine Kaliumzufuhr reduzieren muss, braucht nicht komplett auf kaliumreiche Lebensmittel zu verzichten. Es sollte aber auf die Gesamtzufuhr pro Tag geachtet und daher nicht mehrere kaliumreiche Lebensmittel kombiniert werden.

Kalium ist ein wasserlöslicher Mineralstoff. Der Kaliumgehalt in Lebensmitteln kann daher durch Wässern oder kochen reduziert werden, vorausgesetzt das Einweich- oder Kochwasser wird nicht mit verzehrt. Leider gehen dadurch aber auch andere wertvolle wasserlösliche Nährstoffe verloren. Bei der Verwendung von Kochsalz verliert das Lebensmittel durch den Austausch von Kalium- mit Natriumionen noch mehr Kalium. Die Zubereitung der Lebensmittel sollte daher möglichst mit wenig Kochsalz und wenig Wasser erfolgen, bzw. nur bei sehr kaliumreichen Lebensmitteln angewendet werden und nur wenn eine Reduzierung der Kaliumaufnahme gewünscht ist.

Produkte mit Süßholzsaft (z. B. Lakritz) erhöhen die Kaliumausscheidung durch den Inhaltsstoff Glycyrrhizin. Die Glycyrrhizinzufuhr sollte sich daher auf unter 100mg pro Tag beschränken.

Bei einem Glycyrrhizingehalt von 0,4-1% sollten maximal 10g Lakritz pro Tag gegessen werden, bei 0,2-0,4% maximal 25g.