"Ich bin dann mal weg" *
Ja, Sie wissen es schon. Ich weiß. Aber wenn man höflich ist, verabschiedet man sich schließlich persönlich, also auch hier mit dem letzten Post, selbst wenn ich mich im Blog schon lange nicht mehr zu Wort gemeldet habe.
Als ich vor drei Jahren anfing im Blog zu schreiben, haben wir unsere Apotheke in Saarbrücken eröffnet. Das gab viele Schlagzeilen. Sie war Auf und Zu und Auf und Zu. Und jetzt macht sie wieder auf. Erst gehörte die Apotheke uns, jetzt der Apothekerin. Die Kunden werden den Unterschied nicht erkennen können. Es wird auch keine großen Schlagzeilen mehr geben. Aber es geht auch prima ohne Schlagzeilen.
Ich habe neun Jahre öffentlich für DocMorris gestritten. Die, die es sehr gestört hat, brauchen sich nicht mehr ärgern: Kein Apotheker-Schreck mehr. Kein Beschleuniger. Kein kreativer Zerstörer mehr. Kein Robin Hood. Kein David gegen Goliath. Es wird, was das betrifft, entspannt im Apothekenland. Unser Anwalt hat 13 Meter Akten, 400 Fälle und hunderte Verträge in seiner Kanzlei. Der kann einen Aktendeckel nach dem anderen zuschlagen. Dann fällt Staub drauf. Das ist gut so. Aber einiges hat sich geändert – und darauf bin ich ganz ehrlich ein bisschen stolz: Versand ist erlaubt, die Preisbindung bei OTC ist gefallen, nur der Fremdbesitz bleibt. Nun gut. Stolz bin ich übrigens auch auf meine Leute bei DocMorris. Aber das wissen sie alle auch so. Deswegen möchte ich mich bei denen bedanken, die mehr aus der Ferne Unterstützer oder faire Gegner waren. Und ein Wort an unsere Versandapotheken-Kunden, die seit gestern anrufen und nachfragen: Ja, Mister Morris ist weg, aber DocMorris bleibt!
Also: Ich bin dann mal weg.
* Danke, liebe PZ, für die Headline, die ich mir hier mal ausleihe.